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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 1.706 mal aufgerufen
 Probleme/Fragen zum Reiten
Seiten 1 | 2
nele ( Gast )
Beiträge:

01.09.2004 18:54
Durchgegangen Antworten

Heute ist mir etwas schlimmes passiert!Lucy und ich hatten Unterricht und als ich angaloppiert bin ist sie mir durchgegangen.Sie ist richtig ausgerastet, hat den Kopf hochgerissen und ist mit mir über den Platz gedüst,ich hab sie noch nie so schnell rennen sehen und ich hatte echt Angst!Sie hat auf Zügelhilfen nicht mehr reagiert und auch auf meine Stimmkommandos,was sie sonst eigentlich tut.Sie ist immer schneller geworden.Leider ist der Platz nicht eingezäunt und dann ist sie mit mir über den Hof gebrettert,vor einem Auto hat sie dann einen Stop hingelegt und ist in die andere Richtung am Wohnhaus vorbei und Richtung Koppeln,ein Weg bestimmt 200 m lang.Siue wurde immer schneller und ich hab kaum noch Luft gekriegt.Dann ist sie mit mir durch den Zaun gerannt und ich bin runtergeflogen.Ich habe geweint und bin immernoch total am zittern!
Ein Glück haben wir beide uns nicht verletzt,aber wie konnte das passieren?

Mein Reitlehrer sagt,es gab keinen sichtlichen Grund,erschrecken oder so.
Sie ging bis dahin auch echt super.Sowas hat sie noch nie gemacht.
Ich war so stolz auf die ganzen Fortschritte die wir gemacht haben und das Vertrauen.Ich weiß gar nicht,ob ich ihr jetzt wieder vertrauen kann.Ich weiß das auch Rückschläge dazugehören,aber das heute fand ich ehrlich schlimm.Weil ich auch nicht verstehe warum sie das gemacht hat.Habt ihr auch schon mal sowas erlebt?Und wie soll ich mich jetzt verhalten?Wird sie jetzt jedes mal mit mir durchgehen?
LG die verzweifelte nele

Tinker`s-Dreamland Offline

Mooshofgrufti


Beiträge: 157

02.09.2004 07:26
#2 RE:Durchgegangen Antworten

Du hast das schon richtig erkannt : " Sie ist ausgerastet,hat den Kopf hochgerissen und ist abgedüst" .
Bis ein Pferd "ausrastet" steckt es einiges weg.
Überlege also mal,wie eure Reitstunden so abgelaufen sind in letzter Zeit.
Wie oft,wie lange, welcher Aufbau,welcher Ablauf.
Wie wart ihr beide an dem Tag drauf.
War das der erste Versuch anzugaloppieren,oder bereits der 8te.War es ihre Schockoseite oder die auf der sie sich eh schwerer tut. Gab es vorher ein rechtes Gewürge oder lief alles entspannt .
Hat ihr in dem Moment irgendwas wehgetan. (Gerte, Zügel,Gebiss,Sattelgurt,Gebrülle )
War irgendein Viehzeug am Summen oder gar brummen.
Diese Aktion war ja nach deiner Beschreibung echte Panik ,sie wollte definitiv entkommen ( vor was auch immer).
"Es gab keinen sichtlichen Grund zum Erschrecken " ist für uns Menschen leicht gesagt - wir kriegen ja auch von 80 % unserer Umwelt nix mit.Unsere Sinne sind im Vergleich zu jedem Tier völlig degeneriert und wir sind genetisch keine Fluchttiere sondern Beutefänger und Sammler und schon deshalb "anders gepolt".
Auf jeden Fall mußt erstmal Du deine Nerven wieder in den Griff kriegen ,denn du hast jetzt die Erfahrung gemacht,wie mächtig das Tier ist auf dem du sitzt.Das erschüttert zwar ganz enorm dein Vertrauen in dein Pferd und auch dich, aber das ist eigentlich wichtig zu wissen. Jedes Shetty hat mehr Kraft als ein Mensch und kein Gebiss der Welt hält ein Pferd auf wenn es Panik hat. Das heißt nicht,daß du ihm hilflos ausgeliefert bist, aber es zeigt dir die große Verantwortung die du übernimmst. Ein 500 KG Lauftier von seinem Rücken aus Führen und Leiten zu wollen mit nichts als deinem Gewicht,deiner Stimme und zwei Lederbändern in der Hand,funktioniert nur durch beiderseitiges Einverständnis in jede Bewegung, gegenseitiges Vertrauen, Sprechen der selben Sprache und Anerkennung einer definierten Rangordnung in der zweierbeziehung Mensch - Pferd.
Ein Pferd das nicht lernen mußte sich gegen den Menschen zu verteidigen, wird (eigentlich )immer versuchen eine Führungspersönlichkeit zu finden ,die den Chef-Job übernimmt.Funktioniert der Chef nicht nach den Vorstellungen der Pferdenatur,ist es schutzlos und muß selber entscheiden.
Daß deine Stute also in dieser Art und Weise "durchgegangen" ist, bedeutet,daß Sie Dir in dem Moment nicht vertrauen konnte und sich so in ihre Panik reingesteigert hat.Sonst wäre sie ein paar Meter gerannt und hätte dann gewußt " Chef ist da und gibt Entwarnung,alles ok ".
Der Galopp ist die Fluchtgangart des Pferdes und je schneller ein Pferd galoppiert um so größer wird die Anspannung ;es heißt dann immer so nett " das Pferd heizt sich auf und wird unkontrollierbar". Tja -völlig natürlich.Das Pferd rennt wie der Teufel ( wobei im Körper vermehrt Adrenalin ausgeschüttet wird und eine Art " Tunnelblick " entsteht ) und hat den Eindruck nicht entkommen zu können. Abgesehen davon ist beim Fluchtgalopp die Physik im Spiel,da die bewegte Masse nach vorne schiebt, der Schwerpunkt auf die Vorhand wandert und so das Bremsen immer schwieriger wird, solange das Pferd es nicht schafft seinen Schwerpunkt wieder nach weiter hinten zu verlagern.
Betrachte den Vorfall also mal ganz nüchtern (auch wenns schwer fällt und einige Zeit dauern wird),sei dankbar daß euch beiden nichts passiert ist und geh "zur Tagesordnung " über. Für euer gemeinsames Arbeiten heißt das, 3 Schritte zurück und erstmal wieder Alltag einkehren lassen, bis du mental stabil genug bist den Moment des angaloppierens ohne "dumpfes Gefühl in der Magengegend " anzugehen. (Dein Pferd würde das sofort merken und daraus Schlüsse ziehen der Sorte "jetzt wirds gefährlich - aufpassen und fluchtbereit sein")

Da müßt ihr beide jetzt durch aber das ist kein Weltuntergang - Kopf hoch !

Grüßung
Renate


Credendo Vides !

Nicole Helmken ( Gast )
Beiträge:

02.09.2004 09:05
#3 RE:Durchgegangen Antworten

Ich kann da nur zustimmen! Im Vergleich zum Pferd kriegen wir wirklich nichts mit, und bisher hatte meine Stute jedes mal Recht wenn sie mir mitteilte, dass da irgend was ist - auch wenns bei mir manchmal ziemlich lange dauert, bis ich es dann auch entdecke. Solche Erlebnisse sind natürlich schlimm, aber wie so oft heilt auch hier die Zeit alle Wunden.

Wenn ich so zurück denke, wie oft ich mir schon geschworen hatte, NIE wieder auf ein Pferd zu steigen, weil eins mit mir durchgegangen ist oder ich runtergefallen bin (oder runtergefallen worden bin), oder ein anderer Reiter mich über Kopf gerammelt hat, oder (zu Anfang) weil das Pferd hinlief wo es wollte und nicht wo ich wollte, weil es sich beim Ausreiten ständig erschreckt hat und nicht weiter wollte (oder sich erschreckt hat und sehr schnell nach Hause wollte) und derer Beispiele mehr.

Trotz aller fester Vorsätze, NIE wieder zu reiten, sitze ich heute nun doch fünf Tage die Woche auf dem Pferd. Als mein Wallach vor zwei Jahren mit mir aus "unerklärlicher" Ursache (ich habe ihn beim Reiten überfordert) Rodeo gemacht hat und mit mir durch zwei Zäune gegangen ist (er hätte ja auch drüberspringen können, aber nein...), bin ich abgestiegen, habe ihn auf den Platz zurück gebracht, bin noch 15 min. Schritt geritten - und habe danach ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich getraut habe, mich wieder auf ihn drauf zu setzen, während jemand das Pferd ganz fest gehalten und mich zwei Runden im Schritt geführt hat.

Fang am Besten wieder mit ganz kleinen Schritten an und tu nichts, wobei du ein schlechtes Gefühl hast.

Silke Offline

Mooshoffan

Beiträge: 51

02.09.2004 10:59
#4 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele,
ich kann mich da den oben gegebenen Antworten nur anschließen.
Aber ich denke es ist noch zu kontrollieren ob Dein Pferd vielleicht köperliche Beschweden hatte, als es durchgegangen ist: Passt der Sattel auch wirklich noch gut?
Pferde/Rückenformen verändern sich.....

Und ganz wichtig, wie sehen die Zähne aus? Sind da vielleicht Haken auf den Backenzähnen und daruch entzündete Wunden und Taschen in den Backentaschen? Wolfszähne sind auch bei Stuten nicht selten zu finden. Beides stört das Wohlbefinden deutlich und irgentwann geht da nix mehr.

Oder übermäßige Empfindlichkeit des Rückens durch falschen oder wenig Muskelaufbau etc. so daß erst mal nur Bodenarbeit angesagt wäre.....
Die Probleme können sehr vielschichtig sein.

Und meine Erfahrung ist leider, daß manche Reitlehrer solche Dinge einfach ignorieren und ihren Stiefel ohne Rücksicht auf Verluste einfach durchziehen, bis dann irgentwann eben nix mehr geht.
Viele Grüße und viel Erfolg
Silke


nele ( Gast )
Beiträge:

02.09.2004 18:12
#5 RE:Durchgegangen Antworten

Danke das ihr mir Mut macht!Ich hab nochmal über alles nachgedacht und weiß auch,daß ich Schuld bin.Ein Pferd ist ja nicht von Natur aus bösartig oder falsch.Trotzdem bin ich heute nicht hingefahren,ich muß das erstmal verdauen.
Es war unsere erste Reitstunde,vorher haben wir nur Bodenarbeit gemacht,nachdem das Reiten nicht geklappt hat und alle Lucy für einen bekloppten Gaul gehalten haben.Aber langsam haben wir gegenseitig Vertrauen bekommen und ich bin dann einfach aufgestiegen.Ich bin immer nur Schritt und Trab gegangen,hab viele Bögen geritten,anhalten,über Stangen,...Tja und dann hab ich mir halt Hilfe geholt,weil ich dachte,es ist besser wenn jemand ein Auge auf mich hat und meine Fehler sieht.
Ein bisschen aufgeregt war ich vor der Stunde,weiß eigentlich gar nicht warum.
Vielleicht hat Lucy das gemerkt.Naja und ich hab mir halt auch besonders viel Mühe gegeben.Sie lief bis zum Galopp prima.Ich habe auch gezögert vorm Galopp,
weil ich eben noch nie auf ihr galoppiert bin.Und dann ist sie durchgegangen.
Ich weiß nur nicht,wie ich mich jetzt verhalten soll.Kann/soll/muß ich gleich wieder reiten?Oder ganz von vorne anfangen?Habt ihr einen Tip wie ich meine Angst überwinden kann und ihr Vertrauen wiederbekomme?
Wäre sehr dankbar!LG nele

Susanne & Calli Offline

Mooshoffan


Beiträge: 59

02.09.2004 21:49
#6 RE:Durchgegangen Antworten

Aha Nele,
da liegt der Hase im Pfeffer. Du warst aufgeregt weil es die erste Stunde war, logisch hat deine Süße das sofort gemerkt. Denke der Fehler war dass ihr gleich gallopiert seid. Du hättest es beim Schritt und Trag belassen sollen. Aber Schwamm drüber schon vorbei. Kann mich den anderen bloß anschließen, drei Gänge zurückschalten, bis Du dich wieder im Griff hast und dann mal die ersten Reitstunden bloß Schritt und höchstens mal ein Träbchen bis Du selbst ganz ruhig bist.
Kopf hoch das wird schon wieder

Gruß,
Susanne & Calli

Rebecca Offline

Mooshoffan

Beiträge: 67

03.09.2004 07:51
#7 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele,

da hast du ja das Problem gefunden. Ihr wart halt für den Gallopp noch nicht soweit. Und dann deine Aufregung noch dazu.

Du musst nicht sofort wieder aufsteigen, wenn du lieber wieder von vorne anfangen willst dann fang doch da auch wieder an. Es bringt ja nix wenn du dich wieder ängstlich aufs Pferd setzt und dann dein Tinker wieder angst bekommt, weil du angst hast.

Mach doch wieder Bodenarbeit mit ihr bis du dich wieder sicher fühlst.

Als mich Luna mal abgebuckelt hatte und ich mich nicht mehr getraut habe alleine draufzusitzen habe ich volgendes gemacht ( grundsätzlich hatte ich ja noch vertrauen zu ihr) Ich habe sie gesattelt und dann hat sie mein Freund am Halfter geführt, während ich drauf saß. Wie beim Ponyreiten und ich konnte mir wieder sicherheit aufbauen. Wir sind nur im Schritt spazieren gegangen.

Also, schalte wieder soweit zurück wie du denkst, bist ja bis jetzt richtig gelegen mit deinem Weg.

Kopf hoch und eine schöne Zeit mit deinem Tinker

Rebecca

fabiella ( Gast )
Beiträge:

03.09.2004 09:58
#8 RE:Durchgegangen Antworten

hi nele, vielleicht kannst du dich ja auch nach bodenarbeit und vertrauensarbeit an der longe erstmal wieder an schnellere gangarten heran tasten.

gruss fabiella

Tinker`s-Dreamland Offline

Mooshofgrufti


Beiträge: 157

03.09.2004 09:59
#9 RE:Durchgegangen Antworten

Äh - wie alt ist deine Stute, wie lange "reitest" du sie und wie wurde sie ausgebildet (wenn überhaupt ) ?
Kann das sein,daß dein Pferd überhaupt noch keine Ahnung davon hat wie ein Galopp mit dem Gewicht eines Menschen im Rücken überhaupt funktionieren soll ? Geschweige denn ,daß sie die "Sprache" kennt in der ihr mitgeteilt wird,sie möchte bitte angaloppieren ?

Also nach deiner Beschreibung klingt das folgendermaßen: Tinker gekauft
(" geritten" ),rumprobiert ; schei.. funktioniert nicht. Bodenarbeit gemacht, (klappt schon super ), sich draufgesetzt und irgendwie rausgefunden wie Schritt und Trab funktioniert; nen Reitlehrer geholt weil der ja mehr Ahnung hat und sicher den Schalter für den Galopp schneller findet.(im Prinzip richtig)
Der Reitlehrer kennt die Anweisung an den Reiter, das Pferd aber nicht.
Plötzlich wird es von der selber nervösen Reiterin "getreten und geschubst" (jetzt mal übertrieben ausgedrückt ) damit es endlich galoppiert. Pferd galoppiert an, kann sich aber vorne und hinten nicht ausbalancieren ,weil keine Ahnung, keine Erfahrung, keine Muskulatur. Überall sind Zäune das Pferd schafft es nicht um die engen Kurven ,denn das Reitgewicht schiebt und überhaupt ist alles so wacklig --->..... PANIK beim Pferd, noch mehr Panik beim Menschen auf dem Rücken.

Also wenn das die Ursache sein sollte , dann such dir einen guten Ausbilder und fange völlig von Vorne an, denn dein Pferd ist komplett überfordert und du eigentlich auch. (spätestens jetzt)
Grüßung
Renate


Credendo Vides !

Sandra ( Gast )
Beiträge:

03.09.2004 12:58
#10 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele,

am Besten Du läßt sie von einem Profi regelmäßig bereiten, damit das Pferd die Grundlagen lernt.

Wann Du sie dann wieder reitest, würde ich dann den Profi entscheiden lassen.

Ich denke, Du solltest sie recht bald wieder reiten, sofern Du sie denn behalten willst, denn den Kopf in den Sand zu stecken bringt Euch nicht weiter u. Angst letztendlich auch nicht.

Nimm fachkundige Hilfe in Anspruch, am besten jemanden, der Erfahrung in der Ausbildung mit "jungen" Pferden hat. Ich denke Ihr müßt die Ausbildung des Pferdes u. Deine Ausbildung kombinieren. So jedenfalls habe ich das gemacht, denn ich habe meinen Haflinger als Fohlen bekommen d. h. dass er, als er dann vom Alter her soweit war, dass man ihn reiten konnte, auch erstmal ausbilden mußte.

Ich denke beides zu kombinieren, ist das einzigst wahre. Ich hatte so eine ähnliche Geschichte auch schon mal. Meine Reitlehrerin hat allerdings immer wieder drauf bestanden, dass ich wieder aufgestiegen bin. Ein Profi reagiert in einer solchen Situation ganz anders. Ich denke für die ersten Reitversuche ist ein nicht eingezäunter Platz sicher nicht der geschickteste Ort. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass Ihr die Stute überfordert habt, wenn es das erste mal war.

Also - nicht den Kopf hängen lassen, sondern professionelle Hilfe suchen u. dann wird das bestimmt wieder.

Viele Grüße
Sandra

Jessika & Guinness Offline

Mooshoffan


Beiträge: 91

04.09.2004 10:03
#11 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele!
Da habt Ihr aber echt Glück gehabt!!!
Hatte vor kurzem einen Unfall mit Guinness gehabt, darüber steht hier auch etwas im Forum. Sicherlich dauert es eine Zeit bis Ihr wieder zusammenwachsen werdet, gib ihr und Dir einfach Zeit und fang klein an (babysteps).

Ich hatte am Mittwoch mit Guinness meine erste Reitstunde und gestern die 2te.
Natürlich war ich auch aufgeregt, ich denke, das ist völlig normal und läßt sich nicht so einfach abstellen. Ich hatte bereits ca. 3 Jahre regelmäßig Unter-richt auf einem Tinkerwallach, der super ausgebildet ist, und trotzdem war ich nervös...

Ich habe Guinness im April gekauft, 2 Wochen völlig in Ruhe gelassen (außer Putzen), bin danach spazieren gegangen, habe ihn dann bis zum Unfall longiert (Longenunterricht habe ich vorher schon gehabt, Ausbildung nach Horst Becker, er hat auch ein Buch über das Longieren geschrieben, mit Anlehnung an Fredy Knie) und dann konnte ich mich unfallbedingt nicht mehr um ihn kümmern.

Er wurde 1 Monat von meiner RL longiert und danach 1 Monat geritten. Sie läßt mich nicht allein auf ihn, ich habe noch 8 Reitstunden frei (im Berittpreis enthalten) und die arbeiten wir gemeinsam ab. Galoppieren mußte er nur an der Longe, nicht unter dem Reiter. So sah unsere erste und auch die zweite Reitstunde so aus: Auf dem Mittelzirkel im Schritt und Trab auf beiden Seiten für insgesamt ca. 20 bis 25 Min., halt aufhören wenn es gut läuft und niemals überfordern! Eine gut aufgebaute Rückenmuskulatur ist Bedingung für das Reiten. Ich werde morgen mit ihm unseren ersten kleinen Ausritt machen und meine RL gab mir den Tipp mich von meinen Mann auf dem Fahrrad begleiten zu lassen. Er soll also vorweg "reiten" und wir hinterher. Ein Fahrrad scheut vor nichts und so kann sich ein junges Pferd nicht durch ein anderes beängstigen lassen.
Nach dem Beritt sind meine RL und Guinness ein paar mal im Schritt und mit langem Zügel im Gelände (nur kurz versteht sich) gewesen und so konnte sie mir bereits im Vorwege von seinem Verhalten im Gelände berichten. Trotzdem kann natürlich das sicherste Pferd erschrecken, das ist mir schon klar!!!
Den Beritt bereue ich niemals, er hat zwar viel Geld gekostet und glücklicher-weise brauche ich ihn dafür nicht vom Hof weggeben, eine solide Grundausbildung ist sehr wichtig.
Guinness ist unter dem Reiter sehr fleißig, man hat "nichts in den Händen", er läßt sich "schön tief einstellen" und trottet seine Runden... Natürlich ist die Balance bei einem so jungen Pferd (wird im Oktober 5 Jahre alt) nicht richtig gegegeben und ich werde ihn wohl noch 1-2 mal die Woche von meiner RL für 1-2 Monate in Beritt geben.

Gib Dir und ihr Zeit, vielleicht hast Du bei Dir die Möglichkeit sie in Beritt zu geben oder Dir Hilfe zu holen.
Wenn es dann unter einem Profi (aber auch nicht jeder Profi ist automatisch ein guter Bereiter) immer noch hapert, kann der aber erkennen woran es noch liegen könnte: Osteopath, Ausrüstung ok? etc... Die Zähne würde ich schon vorher checken lassen!

Such Dir keine Ausreden heute oder an einem anderen Tag nicht zu ihr fahren zu können. Das ist Deine Angst, die ist normal, ich verstehe Dich da bestens aber trotzdem: Du mußt den Umgang mit ihr wieder als vertrauensvoll und angenehm empfinden und das geht nur durch möglichst täglichen Kontakt. Du mußt sie spüren und sie einfach nur streicheln, was erzählen und spazieren gehen.
Sie wollte Dich nicht enttäuschen, das wollte auch Guinness nicht!
Die Zeit heilt alle Wunden, gib sie Euch!

Kopf hoch und viele liebe Grüße,
Jessika & Guinness
(Loxley)

nele ( Gast )
Beiträge:

04.09.2004 21:07
#12 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo und danke für die vielen Tips!

Lucy ist 5 1/2 Jahre alt und seit einem halben Jahr geritten,laut Verkäufer war sie 8 Wochen in Profiberitt.Als ich sie probegeritten bin,war auch alles super,
auch der Galopp (nur etwas schnell aber sie ließ sich wieder anhalten) und ich bin sogar im Gelände mit ihr gewesen.Ende Juni ist sie dann zu mir gekommen und als ich etwa 2 Wochen später angefangen habe mit ihr zu arbeiten kamen die Probleme.Im Stall haben mir dann viele gesagt sie wäre "verrückt" und ich sollte sie zurückgeben.Als ich hier im Forum gefragt habe,hat man mir gesagt,daß sie noch Zeit zum eingewöhnen braucht.Und so war es auch.Ich bin dann viele spazieren gegangen und hab rumgetüddelt um Vertrauen aufzubauen,hab mit Stangen gearbeitet und longiert und irgendwann hatte ich ein so gutes Gefühl das ich einfach aufgestiegen bin.Und es war super!Nur den Galopp hab ich
mich nicht getraut,aber ich hatte auch nicht das Gefühl,daß das sein müßte.
Naja und als mein Reitlehrer gesagt hat angaloppieren hab ich gezögert und dann einfach gemacht und das war wohl mein Fehler.
Ich hoffe nur,daß ich jetzt nichts kaputt gemacht habe.Und ich habe jetzt noch
viel mehr Angst vorm Galopp,weil ich dann bestimmt denke,daß sie wieder durchgeht.Aber woher weiß ich,wann der richtige Zeitpunkt dafür gekommen ist?

Tamara ( Gast )
Beiträge:

05.09.2004 00:15
#13 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele,

na, da habt ihr ja einiges in letzter Zeit erlebt... ! Erst einmal denke ich, gebt nicht auf und geht noch einmal ein paar Schritte zurück. Du schreibst, dass Dein Pferd einige Zeit in "Profi-Beritt" war. Da wäre es natürlich interessant zu wissen, was das genau heißt... . Häufig werden Pferde verkauft, angeblich "vom Profi" geritten und gehen aber nicht einmal anständig alle Gangarten unter dem Reiter!
Ebenso erwähnst Du, dass Dein Pferd bereits am Anfang im Galopp sehr schnell war, kaum zu bremsen. Häufig ist dies auch ein Anzeichen, dass ein Pferd noch nicht richtig ausbalanciert/koordiniert ist und deshalb eilt. Vergleiche es mal mit einem Kind das Fahrrad fahren lernt: meist düsen die Kids wie die Irren am Gehweg entlang, bis sie lernen, sich zu koordinieren und langsam Rad zu fahren - ähnlich ist es bei unseren Pferden :-).
Tja, ich denke mein Weg wäre der, einige Schritte zurück zu gehen. Geht denn dein Pferd anständig an der Longe? Ich meine, alle Grundgangarten, ohne zu eilen? Oder rennt auch da Dein Tinker im Trab/Galopp davon? Wenn ja, eventuell nochmals zurück zur Longe - Schritt, Trab (auch versch. Tempi) erarbeiten,... erst dann Galopp.

Genau dasselbe gilt beim Reiten. Wenn Dein Pferd noch Probleme hat, Schritt, Trab in der Bahn zu gehen und auch da davon rennt, dann arbeite genau daran. Deine Reitlehrerin wird Dir helfen (Übergänge reiten, Zirkel, Volten - Stellung, Biegung, Anlehnung etc.)Erst dann kommt die Galopparbeit an die Reihe - erst wenn Dein Pferd "fit" in den genannten Grundgangarten ist.

Wenn Du Angst hast, taste Dich doch vorsichtig vor - Bodenarbeit, Longieren und eventuell auch nochmals ein anderes versiertes Schulpferd für die Reitstunde/Galopparbeit nehmen; so schulst Du Deinen Sitz, kannst die Angst mal fallen lassen und bekommst Routine, falls Dein Pferd später doch mal rumhüpft.

Oder eben doch einen Profi aufs Pferd lassen, sprich: in einen Beritt investieren. Vielleicht würde es ja sogar Deine Reitlehrerin übernehmen und Euch dann parallel Stunden geben?

Alles Gute,
Tamara

nele ( Gast )
Beiträge:

05.09.2004 12:07
#14 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Tamara!

Ich glaube du hast ganz recht!Beim Longieren rennt sie im Galopp und probiert nach aussen auszubrechen.Ob sie wirklich bei einem Profi in Beritt war weiß ich natürlich nicht,aber mir ist noch eingefallen,daß sie beim Probereiten im Gelände viel besser und ruhiger ging!Weil sie sich auf der geraden Strecke besser ausbalancieren konnte??Hätte das mein Reitlehrer nicht bemerken müssen?
Und wie kann ich dir Balance jetzt trainieren?Vom Boden und vom Sattel?Odre sollte ich erstmal lieber nicht reiten?
LG nele

Tamara ( Gast )
Beiträge:

06.09.2004 03:00
#15 RE:Durchgegangen Antworten

Hallo Nele,

nun ja, ich denke, Du kannst Dein Pferd sowohl vom Boden, als auch vom Sattel aus ausbilden. Sicherlich ist es wichtig, dass Du erst einmal darauf achtest, dass Dein Pferd im Schritt und Trab ausbalanciert und koordiniert geht. Wie das genau beim Longieren/Reiten geht, könnte hier Bücher füllen ... . Erst einmal vorwärts/abwärts im Schritt und Trab, dann Stellung, Biegung, Anlehnung etc. wie schon erwähnt - erst dann Galopp.

Galopp ist mit Sicherheit die Gangart, die erst erfolgen sollte, wenn Dein Pferd sicher in den genannten Grundgangarten geht. Es kann gut sein, dass Dein Pferd erst einmal auf dem Reitplatz überfordert war - Galopp auf dem Platz, eventuell auf dem Zirkel etc. heißt, gut koordinieren zu können - auch anfangs viel "Kopfarbeit" für das Pferd, bis es alles unter Kontrolle hat, auch noch den Reiter oben drauf!

Ich kann und möchte Deinen Reitlehrer hier nicht beurteilen - vermutlich macht es bei Euch Sinn erst einmal einige Stunden im Schritt und Trab zu verbringen, bis das gut klappt. Übrigens, bis mein Pferd gut balanciert an der Longe im Galopp ging, verbrachten wir durchaus einige Monate - heute kann mein Pferd durchaus auf einem Longierzirkel von 6 Metern (Durchmesser) versammelt galoppieren - aber das braucht Zeit und systematischen Aufbau. Laß es Dir doch zeigen - eventuell statt einer Reitstunde, einfach mal eine Longierstunde mit Reitlehrer zeigen, so kannst Du das Handwerkszeug erlernen!

Bei der Reitstunde denke ich auch, macht es Sinn, erst einmal in den ersten 2 Grundgangarten versiert zu werden und Übergänge zu reiten, wie gesagt Zirkel - später Volten und Schlangenlinien etc. . Dein Pferd sollte erst einmal eine gute Grundausbildung genießen - eventuell ist es auch für Dich gut, um einen sicheren Sitz, Souveränität und Routine zu bekommen , um dann die Galopparbeit zu beginnen.

Viel Glück dabei,
Tamara

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