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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 917 mal aufgerufen
 Fragen allgemein
Tink Offline

Mooshofforum find ich gut

Beiträge: 11

28.07.2004 17:51
Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

mein problem ist eigentlich ein ähnliches wie bei dem anderem Thema. Aber doch etwas anders....
Auf der Bahn kann ich meine Tinker Stute problemlos reiten. Nur im gelände spinnt sie rum. Sie denkt hinter jedem Baum sei ein gespennst. Und alleine ausreiten kann ich mir ihr gar nicht. Sie kann sich auch leicht an sachen aufregen. Das hatten wir inziwischen auch öfters. Dann fängt sie einfach an sich nur auf das bestimmte zu konzentrieren und schnauft rum , spannt sich an usw. Ich versuche sie dann immer abzulenken und ganz normnal weiterzureiten. Meistens klapts auch.
ich mach viel bodenarbeit mit ihr und alles klappt perfekt! sie läuft mir ohne bedenken hinterher und akzeptiert mich auch als Chef. In der Bahn macht mir das bischen rumschrecken wo sie bis jetzt ein paar malo hatte nichts aus. Doch gelände reiten würd ich echt schon gern entspannt machen.auch wenn ich nur mit einem anderem pferd rauskann. Ich hab jetzt auch schon ein Blutbild amchen lassen , aber ihr fehlt nichts. Viele meinen das sie einfach so ein etwas feines Gemüt hat. jetzt hat mich eine freundin auf solche gebisse mit Kupfer aufmeksam gemacht. Sie selbst hat einen Araber- Haflinger wo auch recht imposant und dominant ist. Sie benutzt im Winter eine Jagdkandare und im Sommer ein doppel gebrochenes gebiss mit Kupferstück. So ein kupferstück soll beruhigend sein.
Jetzt hat eine von unserem Hof ihrem Argentinischen pferd dieses TTeam Gebiss von linda Tellington Jones Gekauft. Und seitdem geht der kerl wie ein braves lamm überall hin. Sollte ich mir auch so ein Gebiss mit Kupferstück holen???ich reite jetzt 10 jahre und sowas is mir eben noch nicht untergekommen. und dann auch noch beim eigenen Pferd...
Ich bin eine ( hoff ich zumindest , eigenlob stinkt) gute reiterin und eine der besten vom unserem Hof. Ich kenn auch viele Tricks , doch ich hab alle die ich weiß schon bei meiner dicken angewant und helfen tuts auch nich. is sie wirklich einfach so fein und leicht aufbrausend??? Bin jetzt mal gespannt was ein tinkerexperte dazu sagt....
Musik is love , love is the life and I like my life!

Anke und Amida Offline

Mooshoffan

Beiträge: 42

28.07.2004 19:41
#2 RE:Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

Hallo Tink !

Vom Gemüt her gibt es nun einmal schreckhafte Pferde und welche, neben dem eine Bombe explodieren könnte, ohne daß sie mit den Ohren zucken, sowie alle Abstufungen dazwischen.
Meine Stute ist alleine auch recht guckig, sobald ein anderes Pferd dabei ist, ist ihre Welt im Gelände in Ordnung. Mittlerweile hat sich das aber durch viel Training alleine mit ihr stark gebessert. Ich gehe mit Amida auf Live-Rollenspiele, wofür sie klappernde Rüstungen, kämpfende und schreiende Leute, Nebenmaschinen, Lagerfeuer und und und ertragen muß. Wir haben ganz klein mit Antischeutraining wie Plastiktüten, Planen oder Bälle angefangen und uns zu Latexschwertern und Co. hochgearbeitet. Zunächst auf gewohntem Boden in der Bahn, dann in bekanntem Gelände, dann auf fremden Boden - zunächst in Begleitung, später alleine.
Heute ist sie zwar immernoch ein bißchen aufgeregt und schnauft, man kann aber langsam an der Schreckhaftigkeit ein Stück weit arbeiten und den Pferden einfach mehr Selbstvertrauen geben.

Ich wünsche Dir viel Geduld und Erfolg !
Viele Grüße, Anke und Amida

Tinkerwelt Offline

Mooshofforum find ich gut

Beiträge: 12

29.07.2004 02:03
#3 RE:Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

Hallo Tink,
na da kann ich Dich beruhigen, da gibt es mehr Tinker von dieser Sorte - auch ich hab' so eine Dame im Stall stehen. Wie verhält sich Dein Puschelfuß eigentlich, wenn Du mit ihr spazieren gehst? ... wäre die direkte Idee von mir- gehe viel mit ihr spazieren, mache Scheutraining, Bodenarbeit, Vertrauenstraining und: sei souverän im Gelände, auch wenn sie hibbelig und nervös ist. Denn: bist Du nervös und unsicher, wird es auch Deine Zosse sein - dies überträgt sich ja stets unmittelbar und direkt. Meine Stute wird ruhiger und gelassener, je regelmäßiger ich mit ihr rausgehe - letztes Jahr sind wir fast täglich unterwegs gewesen, auch oftmals 2-3 Stunden und siehe da: sie war selbst im Stadtverkehr plötzlich gelassen. Ich reite sie, wie Du auch schreibst, stets auch in Angstsituationen konsequent mit Führung weiter.

Letztendlich hilft bei uns regelmäßige Arbeit draussen, ich beschäftige sie und gebe ihr viele Aufgaben, Übergänge reiten, Volten etc. - so kommt sie auf gar keine dummen/ängstlichen Gedanken, als mitzudenken.

Meine Stute ist ebenso wie Deine, sehr sensibel. Ich denke mir, wenn man dies richtig lenkt, kann es auch gut genutzt werden. Meine Tinkerstute ist unglaublich clever und gerade in punkto Zirzensik dafür sehr gelehrig - ...interessanter Weise - und gerade da, macht sich oft die "Sensibilität" auf geringe Reize hin Reaktionen zu zeigen, bezahlt.

Was ich damit sagen will: sehe es positiv, sehe es gelassen, Du hast eine sensible Dame im Stall, die - wenn richtig gelenkt - auch ihre ganz eigenen Vorteile hat!

Ach ja, eins noch zum Abschluß: manchmal macht bei hibbeligen Pferden auch ein sicherer Sattel ein großer Unterschied, ich habe einen französischen Sattel, der viel Sicherheit bietet, auch wenn ein Pferd mal hüpft - das gab mir u.a. auch so manches mal Sicherheit, wenn sie mal gehüpft ist, weil ein "Gespenst" hinter dem Busch lauerte... .

Alles Gute, Tamara
Wenn der Mensch je eine große Eroberung gemacht hat, so ist es die,
dass er sich das Pferd zum Freunde gewonnen hat.
(Conte de Buffon)
http://www.tinkerwelt.de

Mooshof Offline

Administrator


Beiträge: 789

29.07.2004 06:23
#4 RE:Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

Hallo Tink

Warum ein Pferd so ist wie es ist kann sicherlich sehr viele Gründe haben. Die Frage ob ein solches Verhalten "therapierbar" ist kann aus der Ferne schlecht beurteilt werden. Pferde reagieren nervös, weil ihnen die Sicherheit fehlt. Meistens benehmen sich die Pferde innerhalb ihrer Herde absolut ruhig und gelassen. Rangordnungen sind klar und das gibt dem Pferd entsprechende Sicherheit. Kaum holt man dieses Pferd aus der Herde fängt es an unruhig und nervös zu werden. Der erste Schritt ist daher dem Pferd die gleiche Sicherheit anzubieten wie es die Herde tut. Dazu muss ich in der Regel der Ranghöhere sein. Dies hat nichts oder nicht viel mit Dominanz zu tun sonderen mit konsequenten und immer gleichen Mustern mit denen ich meinem Pferd gegenüber trete. Das Pferd muss lernen sich zu konzentrieren und ich muss ihm das Gefühl vermitteln können, dass ich es bin, der aufpasst. Bodenarbeit und Schrecktraining ist hier sicherlich gut - aber oftmals ist der eigene Reitplatz eine zu gewohnte Umgebung und noch im "Teratorium" der Herde.

Natürlich können ein zwickender Sattel, ein falsche Gebiss, eine unruhige Hand und vieles mehr das Fluchtverhalten eines Pferdes deutlich verstärken. Schmerz oder Unwohlsein löst Fluchtverhalten aus.

In vielen Fällen reagieren Pferde übersensibel, wenn sich Situationen von rechts ergeben. Probiere es mal aus - in den meisten Fällen flippen Pferde aus wenn sich Dinge von rechts nähern. Mike Geitner hat in der vorletzten Cavalloausgabe über die Dual-Aktivierung gesprochen und hier sind sehr gute Ansätze zu finden. Diese Dual Aktivierung ist nichts Neues, denn die meisten Trainer obe Hempfling, Monty Robert oder andere haben dies bereits unterbewusst ansatzweise getan. Mit dem Join up oder dem steten Wechsel der Hand (Richtung) werden beide Gehirnhälften aktiviert. In einer Sutdie hat man festgestellt, dass bei Menschen, die das jonglieren lernen Teile im Gehirn größer werden - also aktiviert werden. Ähnlich dürfte dies bei Pferde sein. Geitner hat etliche Übungung konstruiert, die eben das Pferd aktiviert und die beiden Sehfelder besser miteinander harmonieren lässt. Die Folge solcher Übungen ist, dass die Pferde offensichtlich entspannter auf äußere Einflüße reagieren und auch mit der Hinterhand deutlich aktiver werden. Daher solltest Du vielleicht mal über einen solchen Kurs nachdenken und ich kann Dir nur beide Bücher von Mike Geitner empfehlen (Tinkershop).

Viele Grüße
Thomas
Mooshof


Wer glaubt gut zu sein - hört auf besser zu werden

Tink Offline

Mooshofforum find ich gut

Beiträge: 11

29.07.2004 15:30
#5 RE:Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

hallo an alle

erst mal ein riesiges danke!!!!!!

ich werde mit meiner stute jetzt erst mal schrecktraining machen.
Und über einen kurs hab ich auch schon nachgedacht.

Also nocheinmal danke! Wir sehen uns hoffentlich alle auf dem Tinkerfest!

LG
Tink
Musik is love , love is the life and I like my life!

Nicole ( Gast )
Beiträge:

02.08.2004 12:50
#6 RE:Mein Tinker hat nicht gerade die besten nerven.. antworten

Zum Charakter und Vertrauen ist ja genug gesagt, daher möchte ich gerne noch mal auf das Thema Gebiss eingehen.

Es gibt sicherlich Fälle, in denen ein anderes oder ein schärferes Gebiss als kurzzeitige (!!!) Hilfe eingesetzt werden können. Allerdings kann kein Gebiss dieser Welt die Art und das Wesen deines Pferdes ändern.

Manche Gebisse sind dem einzelnen Pferd vielleicht unangenehm, so dass der Wechsel auf ein anderes Gebiss oder gar gebissloses Reiten scheinbar eine Verhaltensänderung hervorruft - ist ja klar, wenn die Störquelle weg ist, muss man sich nicht mehr drüber aufregen. Auch vermitteln manche Gebisse dem Reiter einfach mehr Sicherheit (er hat das Gefühl, er kann besser auf das Pferd einwirken und wird daher selbst ruhiger weil er weniger Angst hat), und das überträgt sich dann ebenfalls aufs Pferd. Das hat dann aber auch nichts mit dem Gebiss an sich zu tun, sondern mit der Verhaltensänderung des Reiters.

De facto ist es so, dass ein Pferd durchgeht, wenn es durchgehen will - egal ob man ein Stallhalfter oder eine kandare drauf hat. Ein panisches Pferd stoppt man höchstens, indem man es frontal gegen eine dicke Mauer rennen lässt - aber die stehen im Gelände so selten rum. Allerdings kann man mit den scharfen Gebissen den Pferden viel mehr weh tun, wenn man dann doch versucht, durch rumzerren an den Zügeln das Pferd anzuhalten.

Man merkt wohl, dass ich diese ganze Gebiss-Geschichte sehr vorsichtig betrachte. Ich finde, ein Gebiss sollte immer nur so scharf sein, wie der Reiter reiten kann. Je weniger er Zügel und Gebiss zu reiten braucht, desto schärfere Gebisse könnte er benutzen. Aber wenn jemand sein Pferd nur mit Schenkel und Gewicht dirigieren kann, warum sollte er dann zu solchen Mitteln greifen?

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