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Dieses Thema hat 3 Antworten
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 Fragen allgemein
Sandra (Nino) Offline

Mooshofgrufti

Beiträge: 224

02.09.2009 23:23
Artikel über Einstreu Antworten

Was muß gute Einstreu können?

Boxenhaltung ist nicht artgerecht - aber immer noch die am häufigsten praktizierte Haltungsform. Um so wichtiger ist es, daß sich das Pferd in seiner Box wohlfühlt und zumindest einige, wenn auch nicht alle seiner Bedürfnisse befriedigen kann. Die Einstreu spielt dabei eine wesentliche Rolle.

Gute Einstreu muß gesundheitlich unbedenklich sein. Sie sollte weder Schadstoffe ausdünsten noch etwas enthalten, das dem Pferd schadet, wenn es sein "Bett" auffrißt (Chemikalien, Pestizide, Schwermetalle u. ä.). Sie sollte geringe bis keine allergische Wirkung aufs Pferd haben, d. h. möglichst staubfrei sein und auf keinen Fall verpilzt.

Sie muß eine gute Saugfähigkeit besitzen, um Kot und Urin aufnehmen zu können, und ein angenehmes, weiches und nach unten isolierendes Bett bilden: Sie soll dem Pferd angenehmen Liegekomfort bieten, so daß es sich entspannt ausruhen kann. Eine weiche Unterlage vermeidet außerdem Druckstellen an den empfindlichen Gliedmaßen. Piephacken und Stollbeulen (Schleimbeutelschwellungen) sind die Folge von zu dünner Einstreu, wenn die Pferde auf hartem Untergrund liegen: Auch auf die Dicke kommt's also an.

Fehlt dem Pferd die Möglichkeit, sich auch im Liegen zu erholen, leiden auf Dauer Leistungsvermögen und Belastbarkeit des Tieres. Das sollte man nicht unterschätzen.
Einstreu erleichtert dem Pferd auch das Harnen und Misten: Pferde strahlen ungern auf glatten, festen Boden. Vor allem Hengste und Wallache können stundenlang "zusammenkneifen", nur um nicht das unangenehme Erlebnis zu haben, sich die Beine zu bespritzen.

Und nicht zuletzt sollte die Einstreu die Box rutschsicher machen, um Verletzungen zu vermeiden. Auch deshalb sollte man das Pferd, wenn man die Box komplett räumt, aus der Box entfernen, damit es nicht am blanken Betonboden ausrutscht.

Neben diesen Kriterien aus Pferdeoptik gibt es aber noch weitere Punkte, die bei der Wahl der Einstreu eine Rolle spielen: die Kosten, leichte Verfügbarkeit, Lagermöglichkeit, Handhabung und Pflege, die Menge des zusätzlichen Abfalls (Verpackung!) und die abschließende Entsorgung.

Bett-Hygiene

Täglich setzt ein Pferd zwischen acht und zwölf Kilo Kot ab und zwar in zehn bis zwölf Portionen über den Tag verteilt. Zwischen sechs- und zwölfmal am Tag wird auch Urin - fünf bis zehn Liter - abgesetzt. Und das (bei Boxenhaltung) überwiegend auf einer relativ kleinen Fläche, auf der das Pferd wenig Ausweichmöglichkeiten hat. Regelmäßige und gründliche Boxenpflege ist daher unabdingbar. Die Pferdeäpfel müssen mehrmals täglich (je feiner die Einstreu, desto öfter muß man den Mist aufnehmen) entfernt werden, feuchte Stelle abgehoben und saubere, trockene Streu nachgefüllt, das Bett nötigenfalls auch aufgelockert und gleichmäßig verteilt werden. Je nach verwendeter Streu kann das Ausmisten mehr oder weniger arbeitsintensiv sein.

Mangelnde Stallhygiene hat unangenehme Konsequenzen, in erster Linie fürs Pferd, in zweiter auch für den Pferdebesitzer: Werden die Ausscheidungsprodukte des Pferdes zersetzt, entsteht Ammoniak, ein Schadgas, das die Schleimhäute reizt und in Verbindung mit Staub die Hauptursache für Husten ist. Der Ammoniakentwicklung kann man durch Beifügung von mineralischen Substanzen oder ammoniakabbauenden Mikroorganismen entgegenwirken, am wichtigsten ist jedoch die regelmäßige Entfernung verschmutzter Streu.

Ein weiteres Gesundheitsrisiko sind Endoparasiten (Würmer), mit denen sich das Pferd bei mangelnder Stallhygiene immer wieder reinfiziert - da hilft die beste Wurmkur nicht, wenn das Pferd seinen eigenen Mist fressen muß.

Aber auch und vor allem die Hufe leiden unter schlechtem Ausmisten kombiniert mit mangelnder Hufpflege. Strahlfäule, eine der häufigsten und zähesten Huferkrankungen, ist fast ausschließlich darauf zurückzuführen. Ammoniak und Feuchtigkeit zersetzen die Oberfläche des weichen Strahlhorns, Bakterien dringen ein und bewirken einen übelriechenden Fäulnisprozeß.

Kein Wohnklo!

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Verfahren bei der Pflege der Einstreu: das Wechselstreu- und das Matratzenstreuverfahren. Im Idealfall wird bei ersterem täglich, im Normalfall aber alle drei bis fünf Tage die gesamte Einstreu erneuert. Nasses und verschmutztes Material wird täglich gründlich entfernt und trockenes Material nachgestreut. Dieses Verfahren ist zwar arbeitsaufwendig und materialintensiv, dafür aber vielfach hygienischer und angenehmer fürs Pferd.

Eine Matratzenstreu besteht häufig aus zwei Schichten: einer unteren Lage aus Torf, Hobelspänen oder anderem saugfähigen, neutralisierendem Material, das gut festgetreten wird und auch beim Ausmisten nicht aufgerührt werden soll, und einer oberen Strohlage. Kot und feuchte Stellen werden auch hier täglich entfernt und Stroh nachgelegt. Die unteren Schichten zersetzen sich im Laufe der Zeit und sollten beim Ausmisten nicht verletzt werden, da dabei unangenehme und vor allem ungesunde Gase entweichen würden. Mehrmals im Jahr muß die gesamte Matratze komplett ausgemistet, der Untergrund gereinigt und desinfiziert werden. Am besten, man macht das bei allen Boxen gleichzeitig, die Pferde sollten sich dabei möglichst nicht im Stall aufhalten, da die Schadgasbelastung beträchtlich sein kann. Bei akkurater Pflege kann eine Matratzenstreu durchaus gut funktionieren, in der Praxis sieht es leider vielfach anders aus: Eine deutsche Universitätsstudie ergab, daß 34% der untersuchten Ställe einen einmaligen Wechsel der Matratze pro Jahr für ausreichend hielten. Auf so einem Misthaufen gedeiht sicherlich alles mögliche, aber unter Garantie keine gesunden Pferde.

Produkt-Übersicht

Neben dem Klassiker Stroh gibt es mittlerweile eine Palette von Alternativprodukten, die als Pferdestreu angeboten werden und die unterschiedliche Vorzüge, aber auch manchen Nachteil haben. Nicht alles eignet sich für jedes Pferd, deshalb ist es wichtig, daß man bei einem Einstreu-Wechsel sein Pferd in der ersten Zeit gut beobachtet, um unliebsamen Überraschungen vorzubeugen.

Der Klassiker Stroh

Stroh ist nach Meinung vieler Pferdehalter immer noch die "natürlichste" Einstreu für Pferde: Es bildet nicht nur ein angenehmes, weiches Bett sondern dient dem Pferd auch als Rauhfutter - was den positiven Effekt hat, daß es sich ganztägig mit Fressen und Knabbern beschäftigen kann. Es besitzt allerdings nur eine mäßige Saugfähigkeit (ca. 200%), leitet den Urin eher ab, als daß es ihn aufsaugt und wird daher auch gern mit einer saugfähigeren Unterschicht verwendetet.

In der Entsorgung ist es relativ unproblematisch (es sei denn, der Strohanteil im Mist ist sehr hoch), häufig wird es vom Landwirt, der es geliefert hat, auch wieder als wertvoller Dünger abgeholt - und es ist mit ca. € 0,10 pro kg das kostengünstigste Produkt.
Wenn sich Ihr Pferd im Übermaß an seiner Einstreu gütlich tut, sollten Sie einmal in sich gehen: Erhält Ihr Pferd genügend Rauhfutter, hat es ausreichend Abwechslung und Beschäftigung? Einem Boxenpferd, das 23 Stunden täglich sich selbst überlassen ist, kann man nicht übelnehmen, wenn es seine Box kahlfrißt. Wenn die Gewissensbefragung allerdings nichts ergeben hat, sollten Sie eine Umstellung auf eine andere Einstreu erwägen. Unkontrollierte Aufnahme von Stroh, Hanf oder Strohpellets kann nicht nur zu massiven Verdauungsproblemen (Kolik) führen, sondern macht auch die Wirkung leistungsgerechter Fütterung zunichte.

Ein Problem der Stroheinstreu ist ihre gar nicht so seltene Verunreinigung mit Pilzen und Pilzsporen. Wesentlich ist daher, daß man auf die Qualität des Strohs achtet: In der Regel genügt eine Sinnenprüfung, um festzustellen, ob das Stroh als Einstreu geeignet ist. Bemerkt man schwärzliche Verfärbungen (Schwärzepilze), riecht das Stroh muffig oder greift es sich klamm oder weich an (Pilze zerstören das Lignin), ist es für diesen Zweck absolut ungeeignet. Allergien, chronischer Husten und Koliken können die Folge von pilzverseuchtem Stroh sein.
Ebenfalls ein Nachteil: die relativ hohe Staubbelastung, der vermehrte Arbeitsaufwand und der erhöhte Lagerbedarf - Stroh hat ein großes Volumen und sollte unter Dach, trocken und nicht direkt am Boden sondern auf Paletten gelagert werden.

Arbeitserleichterung bringt das Häckseln von Stroh: Die Saugfähigkeit wird wesentlich erhöht, das Ausmisten erleichtert, der Verbrauch verringert und auch die Kompostierung profitiert davon. Möglicher Nachteil: Je kürzer die Faser, desto größer das Risiko einer Verstopfung und damit der Kolik. Also Achtung bei Pferden, die ihre Einstreu vermehrt fressen.

Üblicherweise wird Weizen- oder Gerstenstroh verwendet, aus einem simplen Grund: Es gibt davon am meisten. Pferde würden sicherlich Haferstroh wählen, weil es ihnen am besten schmeckt. Aber genau das macht es problematisch. Wichtiger als die Sorte ist aber allemal die Qualität. Und die hängt zum allergrößten Teil vom Wetter zur Zeit der Ernte und der Sorgfalt beim Einbringen ab - und natürlich auch von der Lagerung.

Ja nach Infrastruktur des Betriebes werden Kleinballen, Rundballen oder Großballen verwendet. Am praktischsten sind die Kleinballen à zehn kg, sie sind besser handhabbar und das Stroh ist auch kleiner geschnitten als in den Groß- und Rundballen, die man erst auseinanderfitzeln muß, um das Stroh portionieren zu können.

Pelletiertes Stroh

Kein Fitzeln hingegen gibt's mit den praktischen Strohpellets. Sie kommen appetitlich in Plastiksäcken verpackt (Abfall!) ins Haus und lassen sich gut handhaben.

Strohgranulat wird gewonnen, indem Stroh zermahlen wird und anschließend - bei manchen Produkten wie z. B. StreuFex unter Beifügung von Öl, damit es besser zusammenhält und weniger staubt - zu Pellets gepreßt wird.

Durch den mechanischen Aufschluß der Zellstrukturen und Kapillaren ist das Material wesentlich saugfähiger (Saugfähigkeit mind. 450%, Herstellerangabe) als unverarbeitetes Stroh, es soll laut Hersteller außerdem auch staubfrei sein, was sich aber in der Praxis nicht bewahrheitet. Wenn die Pferde die Pellets zertreten haben, ist die Staubentwicklung ungefähr der von gutem Stroh gleichzusetzen. Für Allergiker ist dieses Produkt daher nur bedingt empfehlenswert.
Auf jeden Fall ein Vorteil ist die Verringerung des Mistvolumens und die raschere Verrottung des Mistes. Um eine zweckmäßige Abdeckung der Box (3 x 3) zu erreichen, benötigt man ca. zwei 25-kg-Säcke des Produkts. Im weiteren Gebrauch ist es dann allerdings sparsamer, pro Box sollte man in der Wochen mit einem bis zwei Säcke auskommen. Bei einem Preis von € ,20 /kg (bzw. € 0,18 bei loser Zustellung) wird sich die Kostenersparnis allerdings in Grenzen halten.
Sicherlich ein Problem kann die Aufnahme der Pellets durch die Pferde werden: Schlundverstopfung und Kolik könnten im schlimmsten Fall die Folgen sein. Die Hersteller versichern zwar, daß ihr Produkt aufgrund einer Behandlung mit ätherischen Ölen von den Pferden verschmäht wird - fragt man bei den Anwendern nach, stellt sich aber heraus, daß manche Rösser die Pellets sehr wohl fressen. Zunächst einmal probieren sie's schon deswegen, weil sie ausschauen wie Futterpellets. Und dann gibt's noch die, die einfach alles fressen, egal wie es aussieht oder riecht. Da hilft nur eines: Beobachten und nötigenfalls wieder umstellen.

Holzprodukte

Holzprodukte sind die am häufigsten verwendete Alternative zur Stroheinstreu. Zur Anwendung kommen Sägespäne, entstaubte Hobelspäne und holzwollartige Einstreu aus einheimischen Nadelhölzern. Wichtig ist dabei, daß die Späne aus unbehandeltem, naturbelassenen Holz hergestellt wurden.

Sägespäne kann man meist direkt vom Sägewerk beziehen, entstaubte Hobelspäne werden von den Produzenten in Ballen geliefert. Bei diesem Produkt wird anders eingestreut als bei Stroh: Der Boden der Box wird zunächst mit einer Schicht von 10 bis 15 cm bedeckt. In den folgenden Tagen werden mit einer speziellen Gabel die Roßknödel entfernt, die nassen Stellen werden aus der Box geschaufelt und der verbrauchte Inhalt ersetzt. Alle sieben Tage wird dann der komplette Boxeninhalt erneuert. Eine zweite Methode ist, ca. 30 cm Sägespäne in die Box zu geben und so lange den Mist zu entfernen, bis nur mehr 10 cm Einstreu vorhanden sind. Dann entfernt man den Boxeninhalt und beginnt von neuem. Man erspart sich das tägliche Nachstreuen.

Der häufigste Grund für den Griff nach Hobel- oder Sägespänen sind gesundheitliche Probleme der Pferde: Allergien und Neigung zu Kolik durch Stroh-Verstopfungen. Neuesten Studien zufolge leiden 90% der in Ställen gehaltenen Pferde an Allergien in mehr oder weniger starker Ausprägung. Was genau die Allergie auslöst, ist noch nicht bekannt, eine noch nicht veröffentlichte Studie legt die Vermutung nahe, daß die Schuldigen Pilzsporen und Bakterien sind, die in geringen Mengen in jedem auch noch so guten Stroh vorhanden sind.

Entstaubte Hobelspäne haben sich als Alternativstreu für Pferde mit Lungenproblemen bestens bewährt: Sie sind hygienischer als Stroh, sie stauben weniger, sie haben eine gute Saugkraft (zwischen 260 % und 420%, ermittelt vom Österreichischen Institut für Energie aus Biomasse), die Pferde nehmen sie gut an und liegen auch gern drin, die Lagerung ist unkomplizierter und benötigt auch weniger Platz, der Arbeitsaufwand geringer. Nachteil: Sie kosten ungefähr das Doppelte von Stroh und sind nach der Verwendung auch weniger leicht anzubringen. Als Grund für ihre Unbeliebtheit bei Landwirten wird die befürchtete Übersauerung des Bodens genannt. Diese Annahme wurde allerdings von Experten der Universität für Bodenkultur (Prof. Dr. DI Winfried E. H. Blum, Vorstand des Institutes für Bodenforschung) nicht bestätigt, ganz im Gegenteil: nichts sei dran an dem Mythos der Versauerung des Bodens durch Holzmist. Einziger Nachteil gegenüber Stroh: Holz braucht länger zum Verrotten.

Beachten muß man bei der Verwendung von Hobelspänen allerdings, daß man dem Pferd genügend Rauhfutter zuführt, da es seinen Bedarf nicht aus seiner Einstreu decken kann.

Biotrucciolo

Dies ist ein spezielles Einstreu-Produkt, bestehend aus entstaubten Hobelspänen und einer Beifügung von Micro-Biotec, einem Einstreuzusatz mit Enzymen und Bakterien. Da sich die beigefügten Mikroorganismen von Ammoniak ernähren, entfallen alle Probleme, die durch Ammoniakbildung in einem Stall entstehen können. Es werden täglich nur die Roßknödel aus der Einstreu entfernt, alles übrige verbleibt in der Box und wird mit ein wenig Biotrucciolo aufgefrischt. Die feuchten Stellen müssen sogar in der Streu belassen werden, sonst nimmt man den Mikros das Futter. Sie werden nur etwas verteilt, wobei man darauf achten muß, die Matratze nicht aufzureißen. Erst nach einem Jahr (!) soll der entstandene Kompost entfernt und die Box neu eingestreut werden. Bei richtiger Anwendung funktioniert das tatsächlich und hat beträchtliche Vorteile: Keine Ammoniakbildung, wesentlich geringere Belastung mit schädlichen Bakterien und Schimmelpilzen, weniger Verbrauch von Einstreu - bei richtiger Anwendung weniger als die Hälfte - und der Mist kann praktisch ohne Zwischenlagerung als hochwertiger Dünger auf die Felder aufgebracht werden.

Torf

Torf als Einstreu ist oder sollte kein Thema sein - und zwar aus ökologischen Gründen. Durch den Abbau von Torf werden wertvolle Moorlandschaften zerstört, damit gehen einzigartige Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenzarten verloren. Bitte bedenken Sie dies. Es gibt gute Alternativprodukte zu dieser Einstreu, es muß also sicherlich nicht unbedingt Torf sein.

Zimmel-Pferdeboden

Der Zimmel-Pferdeboden funktioniert nach demselben Prinzip wie die Biotrucciolo-Einstreu. Basismaterial ist ein hochwertiger Kompost aus den Rückständen der Traubenpressung sowie aus anderem Pflanzenmaterial, vermischt mit entstaubten Hobelspänen. Diesem Material werden effektive Mikroorganismen hinzugefügt, die sich von den Abfallprodukten der Pferde ernähren und das Holz abbauen. Dabei produzieren die Mikroorganismen Enzyme, Vitamine und antibiotische Stoffe, die laut Hersteller antibakteriell, antimykotisch, anitviral sowie entzündungshemmend wirken. Der Boden hat eine Beschaffenheit wie lockerer Erdboden, aufgrund seines Feuchtegehaltes staubt er nicht, er bindet Ammoniak bzw. neutralisiert ihn, er ist geruchsneutral (leicht erdige Note) und besitzt auch eine gute Saugfähigkeit (150 %, durch standardisierten Versuch des Herstellers ermittelt). Die Entsorgung sollte kein Problem sein, da es sich um hochwertigen Dünger handelt, der unmittelbar aufgebracht werden kann.

Zur Ersteinstreu sollten für eine 3 x 3-Box vier Säcke à 25 kg genügen, entfernt wird täglich nur der Kot, da die Bakterien den Urin als Nahrung brauchen. Nach ca. vier Wochen sollte man die gesamte Einstreu erneuern. Diese Einstreu ist mit € 12,50,- pro Sack (€ o,50 pro kg) sicherlich nicht gerade billig, bei richtiger Anwendung relativiert sich der hohe Preis. Ein sicherlich interessantes Produkt, dessen Austestung in der Praxis allerdings noch aussteht.

Flachseinstreu

Euro-Lin und Linostreu sind zwei in Österreich erhältliche Produkte, die aus Flachs hergestellt werden. Die einen bis einen halben cm langen Teilchen sind entstaubt und enthalten biochemische Naturstoffe, welche die Bildung von Ammoniak hemmen, was diese Einstreu vor allem auch für Allergiker und Pferde mit Atemwegsproblemen geeignet macht. Das Saugvermögen ist mit 400-500% (Herstellerangaben) geradezu sensationell, die Leinenstreu bildet ein angenehm weiches Bett und wird von den Pferden auch nicht gefressen (soweit uns bekannt).

Als Grundeinstreu benötigt man drei bis fünf Ballen (20 kg), was bei einem Preis von € 12,- (€ 0,55/kg) (Eurolin; bei Mehrabnahme wird es billiger) relativ teuer ist. Allerdings muß man - laut Hersteller - nur zweimal im Jahr die komplette Einstreu erneuern. In den ersten zehn bis 14 Tagen sollte man nur die Roßäpfel entfernen und die Einstreu nicht auflockern, danach zusätzlich einmal wöchentlich die nassen Stellen entfernen und entsprechend frisches Material nachstreuen - ohne die Matratze zu verletzen! Große Arbeitsersparnis (50% im Vergleich zu Stroh), unkomplizierte Lagermöglichkeit und sehr gute Kompostierbarkeit (verrottet doppelt so schnell wie Stroh!) sind weitere Vorteile des Produkts.

Rapsstroh & Hanfhäcksel

Diese Produkte werden vor allem in Deutschland, in der Schweiz und in den Niederlanden angeboten und verwendet. In Österreich konnten wir keinen Händler oder Verbraucher ausfindig machen. Eigenschaften und Anwendung sind im wesentlichen mit denen von Leineneinstreu vergleichbar, mit Hanf hat es allerdings erwiesenermaßen massive Kolikprobleme gegeben.

Papierschnitzel

Hierzulande eher unüblich sind Papierschnitzel als Pferdeeinstreu, die im angelsächsischen Raum durchaus gebräuchlich sind. Papierschnitzel sind sehr hygienisch, besitzen eine sehr gute Saugfähigkeit, der Staubgehalt ist praktisch gleich null. Sie bilden ein warmes, gut gepolstertes Bett und werden - Ausnahmen bestätigen die Regel - von Pferden nicht gefressen. Die Entsorgung ist ebenfalls unproblematisch, Papier verrottet sogar schneller als Stroh. Warum sich das Produkt bei uns kaum durchsetzt, hat hauptsächlich zwei Gründe: Erstens schaut's eigenartig aus und zweitens gibt's wenige bis keine Lieferanten. Alternative: aus Altpapier selber machen. Nein, die Pferderevue würden wir dafür nicht empfehlen. Schon allein wegen der geringen Saugfähigkeit.




lilli Offline

Neu in diesem Forum

Beiträge: 1

20.10.2009 13:16
#2 RE: Artikel über Einstreu Antworten

hallo Sandra,hast du persönliche Erfahrung mit biotrucillio oder kennst Du jemanden?Und zwar würde mich die Anwendung im Offenstallbereich interessieren. In denB erichten ist ja immer nur von der Anwendung in Boxen die Rede.Ichhatte vor einiger zeit mal beim Hersteller angefragt, ob die irgendwelche Inormationen dazu hätten, war aber leider Fehlanzeige.Danke u.lb. Grüße Lilli[MAIL][/MAIL]

Sandra (Nino) Offline

Mooshofgrufti

Beiträge: 224

20.10.2009 21:57
#3 RE: Artikel über Einstreu Antworten

nein, leider habe ich da keine Erfahrungen damit, da ich in einem Pensionsstall stehe und auf die Einstreu angewiesen bin, die es dort gibt.

Du könntest in den Forum http://www.koppel.de mal eine Box eröffnen, dort gibt es glaube ich jemanden, der mit soetwas arbeitet

Gizmo Offline

Mooshofgrufti


Beiträge: 340

22.10.2009 08:21
#4 RE: Artikel über Einstreu Antworten

Im aktuellen Cavallo hatten sie glaub ich verschiedene Einstreuprodukte getestet, habs noch nicht gelesen...

Liebe Grüße
Gizmo

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