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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 11.465 mal aufgerufen
 Lahmheiten, Hufprobleme, Muskel und Sehnen
Hermanook Offline

Mooshofforum find ich gut

Beiträge: 25

23.10.2006 09:21
Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo alle zusammen,

Ich hatte hier schon an anderer Stelle berichtet, dass mein Dicker häufig stolpert und mit den Vorderbeinen wegsackt. Nun habe ich das Ergebnis der Röntgenaufnahmen von seinen Vorderbeinen bekommen - Hufrollenentzündung auf beiden Vorderbeinen! Da Knochenablagerungen bzw. Verknöcherungen zu erkennen sind, ist es wahrscheinlich schon chronisch. Super nicht? Der ist noch nicht mal acht und hat in seinem Leben noch nicht viel getan.

Wahrscheinlich ist er erblich vorbelastet und/oder hat als Fohlen keine Mineralstoffe bekommen. Dazu kommt die immer noch extreme Überbauung, Vorbiegigkeit und flache Hufe mit langen Zehen, wobei die Hufform auch von der Krankheit herrühren kann. Was zuerst da war, kann man wohl nicht genau sagen.
Krass ist, dass eine Kollegin meines TA schon letztes Jahr wegen der gleichen Geschichte da war. Mir war damals schon aufgefallen war, dass er oft stolperte und verkürzte Tritte machte. Die hat ihn untersucht und nichts auffälliges festgestellt. Sie hat mich sogar beruhigt und gesagt, dass es wohl an seinem „typbedingten“, schluffigen Gang und der langen Zehe liegen würde. Danach ist es dann nach dem Beschneiden durch den Schmied auch wieder besser geworden. Er stolperte erst wieder vermehrt, wenn die Zehen langsam länger wurden. Deshalb hatte ich dem Befund der TÄ vertraut und keine zweite Meinung eingeholt. Aber wenn man damals schon geröntgt hätte, wären ihm vielleicht einige Schmerzen erspart geblieben. Die Veränderungen am Gelenk entstehen ja nicht über Nacht, oder?

Sowieso sind immer alle der Meinung gewesen, mein Pferd wäre nun mal eher ein phlegmatischer, fauler Typ, der die Beine nicht heben will und ich würde Gespenster sehen. Die haben ihm alle Unrecht getan. Man sollte sich wohl doch besser auf sein Gefühl verlassen, als auf die Meinung der „Fachleute“. Bin echt stinksauer!

Na ja, jetzt probieren wir erstmal einen orthopädischen Beschlag. Der TA schlägt einen Polsterbeschlag vor, der die Trachten erhöht und die Zehe besser abrollen lässt, er will aber noch nicht mal ein entzündungshemmendes oder blutverdünnendes Mittel geben. Aber muss nicht auch parallel zur Hufkorrektur die Entzündung zum Abklingen gebracht werden?
Der Dicke hat bisher noch nicht deutlich gelahmt und in den großen Sport wollte ich mit ihm sowieso nicht. Aber die Arbeit auf dem Platz wird wohl nur deutlich eingeschränkt möglich sein. Wie kann ich jetzt mit ihm arbeiten? Nur noch geradeaus ins Gelände?

Gibt es hier jemanden mit den gleichen Problemen? Bin jetzt verunsichert wegen der Art des Beschlages und der Behandlung. Es gibt ja mal wieder viele Meinungen und Therapien und ich würde gerne wissen, welche Erfahrungen ihr gemacht habt.

Viele Grüße

Astrid

Mooshof Offline

Administrator


Beiträge: 789

23.10.2006 15:02
#2 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo Astrid

Verständlich, dass dich diese Diagnose beunruhigt. Ursache dafür kann sicherlich sehr vielschichtig sein und bringt dich letztendlich auch nicht mehr weiter. Mit Sicherheit ist hier ein orth. Hufbeschlag oder eine orth. Hufkorrektur der richtige Ansatz. Erfährungsphysiologisch kann man den fortschreitenden Abbau insbes. die Knochenablagerungen gut behandeln. Im akuten Stadium sind neben dem ArthriAid zus. Extrakte aus Silberweide, Yucca, Teufelskralle wie sie im EasoFlex von NutriScience enthalten sind sehr gut.

ArthriAid gibt es auch als Pulver und kann auch geringer dosiert als Langzeittherapie oder zur Prophylaxe gegen Arthrose und Hufrollenentzündung beim Pferd vorgenommen werden.

Ich würde daher im ersten Monat 25 ml ArthriAid (NutriScience) und 25 ml EasoFlex (auch NutriScience) zufüttern. Im Anschluss müssten 25 ml/Tag ArthriAid reichen. Wenn der orht. Beschlag gut ist könnte nach 3 - 4 Monaten auf das günstigere ArthriAid Pulver (niedrigere Konzentration) zurückgegriffen werden. (20 Euro/Monat). In vielen Fällen reicht das dann aus und man macht nur zu Beginn des Winters noch einmal eine Kur mit ArthriAid Flüssig).


Viele Grüße
Thomas
Wer glaubt gut zu sein - hört auf besser zu werden

Andrea & Eros Offline

Mooshoffan

Beiträge: 27

23.10.2006 15:16
#3 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo Astrid,

kann verstehen, dass du dir Sorgen machst, aber ich kann dir auch Mut machen!!
Und zwar folgende Geschichte:

Meine Reitkollegin hat sich vor ca. 1 1/2 Jahren einen Wallach gekauft, beim Probereiten haben wir schon bemerkt, hmm...irgendwas stimmt nicht - der läuft nicht sauber. Zeit verging und das Thema war eigentlich schon abgehakt bis sie ihn dann doch gekauft hat. Er hatte einen etwas steileren Huf und man schob es einfach auf den Huf und korrigierte ihn regelmässig. Im letzten vegangenen Jahr ist er immer ganz normal gelaufen, ist nie mehr "komisch" gelaufen und das mit dem Huf war bald vergessen. Jetzt hat sie erfahren, (durch einen komischen Zufall - eine Bekannte hat die Vorbesitzerin getroffen) dass der Wallach damals Hufrolle im "Endstadion" hatte und eigentlich als "nicht reitbar" weiterverkauft wurde. Das wurde uns damals verschwiegen.
Aber siehe da, er läuft ganz normal!

Also, Kopf hoch!!

Gast
Beiträge:

24.10.2006 15:46
#4 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo,
seit einiger Zeit gibt es ein Medikament auf dem Markt, mit dem Pferde mit Hufrollenentzündung und anderen knochenbedingten Lahmheiten häufig mit beachtlichem Erfolg behandelt werden.
Es heißt Tildern und wird in Form einer einmaligen Infusion gegeben. Der Wirkstoff Tiludronat ist ein Biphosphonat und begünstigt den Knochenaufbau und verhindert den Knochenabbau indem es die Osteoblasten vermehrt und die Osteoclastenbildung verhindert.
Die Infusionen werden meist von den Pferdkliniken angeboten, da die Pferde die Infusion unter Beobachtung bekommen sollten. Soweit mir bekannt ist hat Tildren seinen Wirkhöhepunkt nach ca. 6 Monaten. Wenn du im Englischen oder Französichen zurecht kommst gibt es hier vielleicht noch einige Infos: http://www.tildren.com

Hermanook Offline

Mooshofforum find ich gut

Beiträge: 25

25.10.2006 07:23
#5 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo,

Vielen Dank für die Tipps und den Zuspruch. Früher hieß Hufrolle meistens, dass das Pferd unreitbar ist, aber heutzutage kann man ja wirklich viel dagegen unternehmen, zumindest den Verlauf der Krankheit verlangsamen. Habe jetzt mittlerweile gehört, dass es, ebenso wie Spat, gar nicht so selten ist. Also werde ich den Kopf nicht hängen lassen und gegebenenfalls mein Pferd ein paar Jährchen früher in die Rente schicken. Hatte nur gehofft, dass er noch einigermaßen fit ist, wenn ich selbst in Rente gehe, was nach den neuesten Plänen der Regierung wohl erst in ca. 27 Jahren der Fall sein wird :-(
@Thomas: Da kommt dann wohl bald eine "größere" Bestellung auf Dich zu ;-)
Von Tildren habe ich auch schon gehört, werde meinen TA da mal drauf ansprechen, aber so wie es sich anhörte, will er erstmal medikamentös gar nichts machen. Die Tildren-Infusion ist wohl ziemlich teuer. Ich möchte aber eigentlich schon lieber frühzeitig eingreifen und die degenerativen Veränderungen aufhalten. Eins ist jedenfalls sicher: so oder so wird es nicht gerade günstig.
Gestern hat er schon einen orthopädischen Beschlag bekommen und stöckelte dann mit wichtigem Gesicht umher ;-). Er hatte ja vorher nie "Schuhe".

Wenn Ihr noch weitere Tipps habt - immer her damit. Besonders interessieren mich Erfahrungen mit Huforthopäden.

Viele Grüße

Gipsy Offline

Mooshoffan


Beiträge: 76

25.10.2006 10:17
#6 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hallo Astrid,

schau mal auf der folgenden Seite vorbei:

http://www.vdhp.de/35.0.html

Habe zwar zum Glück noch keine eigenen Erfahrungen gemacht aber evtl. hilft Dir das weiter.

Gruß Kerstin
***
Unser Kopf ist rund, damit unser Denken die Richtung ändern kann.

Gast
Beiträge:

25.10.2006 12:01
#7 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Die Tildren-Infusion liegt bei ca. 250-300 Euro. Man sollte 1-2 Tage Klinikaufenthalt rechen. Insgesamt liegen die Kosten ca. bei einmalig 500 Euro.

Hoppelreiter ( Gast )
Beiträge:

26.10.2006 13:10
#8 RE: Diagnose Hufrollenentzündung - was nun? Antworten

Hi!
Tja,ich hatte auch mal ne Stute mit Hufrolle(vorne rechts).Es war meiner Schwester und mein erstes Pferd.Kaum hatten wir sie,begann sie mit lahmen.Wir hätten sie noch zurück geben können,aber wir brachten es nicht mehr übers Herz.Der Händler hätte ihr n Nervenschnitt verpasst.
jedenfalls hatten wir auch erst n Ortho-beschlag.Aber komischer Weise lahmte sie mit dem.Also ließen wir ein hufpfleger ran.Und kaum waren die EIsen unten,war sie im Schritt lahmfrei.
Wir konnten nie mit der Stute fürs WE planen.Wir mußten immer erst zum Stall fahren und schauen,ob sie gut läuft.Beim Reiten ist uns auch aufgefallen,das sie am Anfang steif lief und nach dem ersten Traben schön locker.
Später wurde es immer heftiger.Man konnte sie 5Wochen reiten,dann wieder mal einige Wochen nicht.Am Schluß haben wir sie nur noch so laufen lassen,wie sie wollte.Sie bot sich oft zum Traben oder auch Galoppieren an.Leider bekam sie aber immer mehr Hufgeschwüre,die auch am Kronnrand ausbrachen.Ich gab sie dann(leider)an eine Frau,die sie als Handpferd haben wollte,da ihr Pferd ein Kleber war,doch leider schickte sie unsere Stute 5Monate später in den Tod,ohne uns zu Informieren.
Aber wenn Du ein wirklich guten TA und vor allem Schmied hast,brauchste Dir kein Kopf machen!Und wenn Dein Pferd älter wird zeigt es Dir acuh immer wie es ihm geht und´wie Du ihn reiten kannst.Das einzige was wir vermeiden mußten war enge Wendungen wie Volten usw.
Tja,das war meine Erfahrung.LG,Manu

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