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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 1.237 mal aufgerufen
 Mineralfutter
Tanja ( Gast )
Beiträge:

21.07.2004 11:31
Selenmangel und zuviel Phosphor - Wie soll ich nun füttern??? antworten

Selenmangel und zuviel Phosphor - Wie soll ich nun füttern???

Hallo liebe Futterspezialisten,

da meine laktierende Stute stark abgenommen hatte, habe ich auch ein Blutbild anfertigen lassen und dabei kam heraus, dass die Süße beim Selen im unteren Grenzbereich liegt und bei Phosphor im Oberen....

Wie kann ich nun füttern, um dieses Problem zu beheben???

Ich schreibe Euch nun einmal auf, wie ich sie im Moment füttere:

3 kg Vitalmix Zucht

500 g hydrothermisch aufgeschlossene Maisflocken

100 g Mineralien (4,0 % Phosphor und 12 mg Selen/ kg)

Heu bekommt sie ca 8 kg am Tag
Stroh zur freien Verfügung

Auf die Wiese geht sie ca 8-10 Stunden....
Das kommt aber immer drauf an...

Eventuell weiss jemand ein spezielles Futtermittel oder einen Zusatz....
Bei meiner anderen Stute bekam ich damals was vom TA....

Unsere Böden sind leider sehr Selenarm und deshalb entsteht dieser Mangel leider nur allzu häufig bei uns...

Vielen DANK!!!!

Lieber Gruss

Tanja

Carmen ( Gast )
Beiträge:

21.07.2004 17:35
#2 RE:Selenmangel und zuviel Phosphor - Wie soll ich nun füttern??? antworten

Hallo,

bei 3,5 kg Kraftfutter/Getreide brauchst du ein Mineralfutter mit einem weiten Calcium-Phosphor-Verhältnis, ca. 5:1.

D.h. wenn 4% Phosphor enthalten sind, müssten mind. 20 % Calcium drin sein (Details siehe Beitrag "Frißt Mineralfutter nicht").
Ist das nicht der Fall, werden Mineralien und Spurenelemente einfach verdrängt.
Ein Gehalt von 12 mg Selen/kg ist eigentlich o.k., zumal du ja noch relativ viel mineralisiertes Kraftfutter dazugibst.

Ein unterer Selengehalt ist aber nicht tragisch, bei Tinkern fast schon normal. Neuerdings wird sogar vermutet, dass der Soll-Selengehalt im Blut zu hoch angesetzt wurde, da es Vollblüter gab, die bei einem eigentlich optimalen Gehalt bereits leichte Vergiftungserscheinungen gezeigt haben.

Von zusätzlichen Mittelchen würde ich dir auf jeden Fall abraten. Manche füttern Mittel X und Futter Y, und dann noch Pulver Z, etc.- und wundern sich dann, wenn ihr Tier krank wird. Man sollte gegenseitige Verdrängungserscheinungen und Wechselwirkungen nicht unterschätzen.
Generell so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Viele Hersteller sind um´s Wohlergehen besorgt- aber eher um ihr eigenes (finanzielles), weniger um das der Pferde.

Ich denke, in deinem Fall reicht ein gutes Mineralfutter. Wenn das Verhältnis nicht stimmt, mach dich auf die Suche nach einem anderen guten.
Optimal sind Mineralfutter mit organisch gebundenen Spurenelementen. Lexa hat diesbezüglich echt gutes Mineralfutter.

Und wie gesagt, auf ein Verhältnis von min. 5:1 - max. 7:1 achten.

Grüße
Carmen


Tanja ( Gast )
Beiträge:

21.07.2004 20:40
#3 RE:Selenmangel und zuviel Phosphor - Wie soll ich nun füttern??? antworten

Hallo liebe Carmen,

vielen lieben Dank für Deine ausführliche Antwort.

Ich füttere jetzt seit 3 Tagen das neue Mineralfutter mit einem Verhältnis von 5:1... eigentlich wurde das für Sportpferde und Pferde konzipiert die viel leisten, aber ich denke mir einfach, dass so eien Mama unheimlich was leistet...

Ich habe die komplette Lexa-Serie, da ich mir einfach denke, dass die ihre Futter und Mineralien optimal aufeinander abgestimmt haben...

Aber ich habe auch erst seit letzter Woche die Ration erhöht... eventuell gibt es sich von selbst und ich sollte einfach nur etwas länger abwarten....

Vielen Dank auf jeden Fall....


Lieber GRuss

Tanja

Mooshof Offline

Administrator


Beiträge: 789

21.07.2004 22:53
#4 RE:Selenmangel und zuviel Phosphor - Wie soll ich nun füttern??? antworten

1. Der Phosphorbedarf steigt bei laktierenden Stuten infolge der Mineralstoffausgaben über die Milch erheblich an und der nachweisbare Gehalt im Blutbild ist im ersten Laktionmonat am höchsten und geht dann wieder kontinierlich zurück. Trotz der steigenden Milchmengenleistung nimmt der Gesamtbedarf an Phosphor nicht zu. Daher dürfte der erhöhte Wert kein Wert sein, der Grund zur Sorge wäre.

Erhöhte Phosphorwerte können entstehen, wenn übermäßig Getreiderückstände gefüttert werden (Weizenkleie oder andere Kleiemischungen)

2. Einen zu niedrigen Selenwert halte ich für bedenklich und gerade bei einer Stute mit Fohlen für problematisch. Zwar deutet das Blutbild (ja auch immer eine Momentaufnahme) noch auf keinen Mangel hin dennoch und da wiederspreche ich Carmen ist Selen ein sehr wichtiger Muskelaufbaustoff der gerade auch beim Fohlen wichtige Aufgaben übernimmt. Sicher ist Selen in der Überdosierung schädlich genauso wie ein Mangel aber eine Selenüberdosierung würde bedeuten, dass ich täglich über 2 mg Selen pro kgTS füttere. Im Moment bist Du aber dabei das Selen zu überdosieren. Dein Mineralfutter hat 12 mg d.h dein Pferd bekommt hier bereits 1.2 mg täglich plus dein Kraftfutter 3 kg (schau mal auf die Tüte wieviel Selen da pro kg drin ist) plus Mais ca. 0,2 mg plus Weidegras/Heu ca. 0,8 mg und wenn man von ca. 0,2 mg Selen im Kraftfutter ausgeht kommst Du hier bereits auf 2,4 mg täglich. Sicher würde ich diese Mischung nicht länger als 2 Monate füttern und dann auf jeden Fall das Mineralfutter wechseln.

Zu Bedenken wäre natürlich auch, dass das Mineralfutter pelletiert angeboten wird. Interessant wäre hier inwieweit durch das Verfahren die Gehalte und Spurenelemente verändert werden. Ofmals gehen hier in der Produktion weit mehr als die Hälfte der Vitamine verloren. (Siehe AWT-Studie)

Getreide-Mischfutter ist in der Regel nicht sehr fetthaltig und daher nur bedingt geeignet um ein dünnes Pferd wieder dick zu bekommen - erhöht aber das Reherisiko und wie gesagt den Phosphor und Kupferbedarf - und übersäuert den Magen.

Du siehst eine Wissenschaft für sich.

Viele Grüße
Thomas
Mooshof


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